Ausstellungen

Besucher*innenzeiten:
Donnerstag 15 bis 19 Uhr
Freitag 10 bis 19 Uhr
Samstag 10 bis 19 Uhr

Ort: Alte Parteischule

Die Kinderrepubliken der Falken – ein gelebtes Stück Demokratie

Seit etwa 100 Jahren organisieren die SJD – Die Falken und ihre Vorgängerorganisationen Ferienzeltlager für Kinder und Jugendliche – die sogenannten Kinderrepubliken. Von Anfang an lag der Fokus auf der Selbstorganisation und demokratischen Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen. Themen wie Internationalismus und die Gleichstellung der Geschlechter spielten dabei eine große Rolle. Die Ferienzeltlager waren immer auch ein Stück konkrete Utopie: Hier sollten Kinder und Jugendliche über ihre Interessen und Bedürfnisse solidarisch und eigenständig verfügen lernen.Die Ausstellung lädt anhand einer Auswahl historischer Bildmaterialien und kurzer Texte auf 17 Plakaten dazu ein, gemeinsam die Geschichte der Kinderrepubliken bis heute zu erkunden.

Selbstbehauptung, Widerstand und Verfolgung. Die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken in Berlin 1945 bis 1961

Die Ausstellung betrifft ein fast vergessenes Kapitel der Nachkriegsgeschichte: In Berlin kämpften junge Leute für die Freiheit. Die Akteure waren demokratische Sozialisten – und damit Gegner der SED. Die Restauration im Westen lehnten sie ebenso ab wie die neue Diktatur im Osten. Sie zählten zur „Sozialistischen Jugend Deutschlands (SJD) – Die Falken.“ 1947 hatte die Alliierte Kommandantur die Falken für ganz Berlin zugelassen. Als SPD-nahe Jugendorganisation bestanden sie auf ihrem Recht, auch in Ost-Berlin tätig zu sein. Damit waren die Falken ein Stachel im Fleisch der SED. Die sowjetische Besatzungsmacht bekämpfte die Falken ebenso wie Volkspolizei und die Staatssicherheit.

Stasi, Vopo und SED-Justiz gingen immer brutaler gegen die Falken vor. Nach dem Mauerbau 1961 mussten die Falken ihre Aktivitäten in Ost-Berlin einstellen. Eine freie Jugendarbeit im Ostsektor war nicht mehr möglich. Viele Falken flohen nach West-Berlin. Andere überlebten das SED-Regime. Sechs verloren ihr Leben – in sowjetischen Internierungslagern, durch Schüsse der Volkspolizei auf friedliche Demonstranten und bei den Hinrichtungen angeblicher Spione in Moskau. Über 70 Falken wurden zu zum Teil hohen und höchsten Freiheitsstrafen verurteilt. Den Opfern der politischen Verfolgung ist die Ausstellung gewidmet.