Abendprogramm

Donnerstag, 25. Mai

Feministische Lesung mit Outside the Box
21 Uhr, Falken-Ladenlokal [kany]

outside the box ist eine Zeitschrift, die Gesellschaftskritik mit feministischem Fokus betreibt. Sie ist aus der Beobachtung heraus entstanden, dass feministische Theorie und Praxis nicht genügend in Debatten einer emanzipatorischen Linken einfließen. Sie bleiben allzu oft Randthema. Gleichzeitig kann gesellschaftliche Verhältnisse feministisch zu kritisieren nicht heißen, auf einem Auge blind durch die Welt zu gehen. Die Erfahrung von Zuständen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist, macht die Kritik dieser Zustände notwendig – in diesem Sinne will outside the box ihren gesellschaftskritischen Blick um das Wissen um sexistische Erfahrung erweitern, nicht darauf verengen.

Die soziale Revolution: Das Werk der Arbeiter selbst – Eine Einführung in den Rätekommunismus mit Kosmoprolet
21 Uhr, veto

Dass die Revolution keine Parteisache sein könne und die Arbeiter durch ihre Selbstorganisation in Räten ihre Geschichte selbst in die Hand nehmen müssten, war die Grundlage der vor allem aus den Niederlanden und Deutschland stammenden antiautoritären KommunistInnen. Entstanden war diese Strömung nach den Erfahrungen der revolutionären Welle nach dem Ersten Weltkrieg, in der sich nicht nur die Räte als revolutionäre Organe herausgebildet hatten, sondern schließlich die Konterrevolution aus dem Herzen der Arbeiterbewegung selbst geführt wurde: Durch die Sozialdemokratie in Westeuropa und den Stalinismus in Russland. Als deren Kritik überlebten die Positionen des Rätekommunismus, als politische Strömung dagegen stand er – sieht man von einer kurzen Renaissance in den Kämpfen Ende der 1960er Jahre ab – zumeist im Abseits.

Auf der Veranstaltung sollen die Geschichte der Strömung und ihre zentralen theoretischen Grundlagen zunächst kurz nachgezeichnet werden, bevor gemeinsam darüber diskutiert werden soll, was uns die Positionen dieser antiautoritären Dissidenten heute noch in Hinsicht auf sozialrevolutionäre Prozesse zu sagen haben könnten.

Film & Diskussion: Pride
21 Uhr, L[50]

Der Film, der auf wahren Begebenheiten beruht, stellt die unerwartete Solidarisierung zwischen streikenden Bergarbeitern in Wales und schwul-lesbischen Aktivisten in London dar. Der Film verhandelt Vorurteile und Solidarität, Gewerkschaften und den Kampf gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierungen. Die anschließende Diskussion soll die historischen Geschehnisse aus heutiger Perspektive und die Inhalte des Films vertiefen.

Musik und Kneipenabend
ab 21 Uhr, Domizil

Freitag, 26. Mai

Vortrag und Film: Die wichtigste aller Künste – Bilder der Avantgarde im Kino der Revolution mit Christoph Hesse
20.30 Uhr, Alte Parteischule

Der Film sei die wichtigste aller Künste, meinte Lenin: weil er, anders als die dem gebildeten Bürgertum vorbehaltene Kunst und Literatur, allen Menschen ohne weiteres zugänglich sei. Und weil er genau darum die Revolution in allseits verständlichen Bildern in die Welt hinaustragen könne. Diese Hoffnung hat sich, wie man längst weiß, nicht erfüllt. Noch bis heute tragen die populärsten Filme eher dazu bei, daß die Leute es sich in Verhältnissen gemütlich machen können, die ihnen in Wirklichkeit fast all das vorenthalten, was sie ihnen vorspielen. Der Einfluß des Films, argwöhnte Trotzki, schon bevor das eben scheinbar so glücklich revolutionierte Rußland zu einem totalitären Staat auswuchs, sei eher dem des Alkohols und der Kirche vergleichbar.

Dennoch: Versuche, wie auch immer revolutionäre Filme zu gestalten, um damit die gesellschaftlichen Verhältnisse selbst umzuwerfen, wurden seither etliche unternommen. Daß die Avantgarde, die sich dem Geschehen voraus wähnte, ihrerseits bald einer geschichtlichen Entwicklung hinterherlief, die sie rechts überholt hatte, mag ihren politischen Anspruch zunichte machen, keineswegs jedoch ihre künstlerische Leistung. Was hier als politische Film-Avantgarde bezeichnet wird, folgt keiner eingebürgerten Definition. Vorgestellt werden sollen exemplarisch einige Experimente der 1920er bis 60er Jahre, die auf der Suche nach einem neuen Inhalt des Kinos zugleich eine neue Form fanden.

Diskussionsrunde: Internationalismus & lokale Organisierung mit der DIDF Jugend
20.30 Uhr, Alte Parteischule

Die DIDF-Jugend ist als Jugendverband sowohl hier in Deutschland als auch gegen den aktuellen Rechtsruck in der Türkei aktiv, aus der viele ihrer Mitglieder in zweiter und dritter Generation stammen. Wie sich diese zwei Aspekte ihrer Arbeit verbinden und was andere Aktive in Deutschland daraus lernen können, ist Inhalt dieser Abendveranstaltung.

Lesung: Topf und Söhne – Besetzung auf einem Täterort mit Plan B
20.30 Uhr, Alte Parteischule

Die Hausbesetzung auf dem ehemaligen Gelände der Erfurter Firma Topf & Söhne, die in der Zeit des Nationalsozialismus Krematoriumsöfen für Konzentrations- und Vernichtungslager hergestellt hatte, war in den 2000er Jahren eines der bekanntesten linksradikalen Projekte in Deutschland. Das Buch will die Erfahrungen dieser Zeit festhalten.Mit Erzählungen und Analysen rekonstruiert es gemeinsame Kämpfe und interne Streitigkeiten und bietet einen Überblick über die Hausbesetzer_innenszene der 1990er Jahre in Erfurt und die historische Bedeutung der Firma Topf & Söhne, sowie die Aufarbeitung der Firmengeschichte durch Geschichtsaktivist*innen.

Lesung: 70 Jahre Verbandskonferenzen mit dem Archiv der Arbeiterjugendbewegung
20.30 Uhr, Alte Parteischule

Im April 1947 – vor ziemlich genau 70 Jahren – fand die erste Verbandskonferenz der „Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken“ in Bad Homburg statt. Ein Jahr zuvor beschloss die erste SPD-Jugendkonferenz, neben der Parteijugend eine unabhängige sozialistische Kinder- und Jugendorganisation als Nachfolgeorganisation der SAJ und der Kinderfreunde zu gründen.
Tatsächlich hatte die Aufbauarbeit sozialistischer Jugendgruppen in vielen Städten und Regionen direkt nach der Befreiung 1945 unabhängig voneinander und spontan begonnen. Organisiert wurde diese oft von ehemaligen Mitgliedern und Funktionär*innen aus sozialistischen und kommunistischen Jugendorganisationen vor 1933.
Hans Weinberger und Erich Lindstaedt wurden auf der ersten zentralen Jahreskonferenz 1947 zu gleichberechtigten Vorsitzenden gewählt. In ihren Grundsatzreferaten arbeiten sie sehr unterschiedliche Visionen und Ziele einer Sozialistischen Jugend heraus. Ihre zentralen Diskussionen um zukünftige jugendpolitische Arbeitsfelder des Verbandes, um sozialistische Erziehungskonzepte, um das Verhältnis zwischen Jugend und Partei, zum Internationalismus und zum strukturellen Aufbau von Landesverbänden werden in einer kurzweiligen Lesung des Konferenzberichtes von 1947 nachgezeichnet.

Film & Diskussion: ‚Selbstbehauptung, Widerstand und Verfolgung. Die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken in Berlin 1945 bis 1961
20.30 Uhr, Alte Parteischule

In dem Film werden verschiedene Zeitzeug*innen, die in Berlin bei den Falken aktiv waren, interviewt. Gemeinsam wollen wir im Anschluss über die Geschichte der Falken in der DDR diskutieren.

Katerschmiede: Kneipenabend in der alten Parteischule
ab 20.30 Uhr, Alte Parteischule

Parallel zu den Veranstaltungen gibt es die Möglichkeit, sich Getränke zu holen. Nach den Veranstaltungen setzen wir die Diskussionen gerne bei einem Getränk fort.

Samstag, 27. Mai

Party – Resistance
Einlass: ab 20:30 Uhr, Engelsburg
Eintritt (für Nicht-Falken): 5-7 €

Lineup:
Rana Esculenta (Hip Hop/Rap aus Halle/Leipzig)
Fracksputz (Riot Grrrl Punk, Leipzig)

Djs:
Ostbam (Hip hop/ Grime/Trap)
Angelconda (Techno/House, beide vom feministischen Kollektiv Prozzeco)
Max Midaz (, Leipzig, Techno)
und Junkens Juke (Kollektiv aus Erfurt, Juke und Trap)

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Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von den Versammlungen der SJD – Die Falken KV Erfurt ausgeschlossen.